Unter dieser Rubrik haben wir für Sie ein paar nützliche Informationen über die Grundlagen der Hundehaltung zusammen gestellt – für Interessierte aber auch für frische Hundebesitzer.

Überlegungen

Wer sich einen Hund anschaffen möchte, sollte sich folgende Dinge im Vorfeld gut überlegen:

  • Habe ich genug Zeit für den Hund (Gassi gehen, Hundeschule etc.)?
  • Mag mein persönliches Umfeld Hunde (Angst, Allergien)?
  • Ist die Hundehaltung in meiner Wohnung erlaubt (Mietvertrag)?
  • Kann ich mir die Kosten für Tierarzt, Medikamente und Spezialfutter leisten, auch wenn mein Hund einmal schlimmer erkrankt?
  • Wie bringe ich den Hund unter, wenn ich einmal ohne ihn in den Urlaub fahren möchte oder krank bin?

Hundekauf

Die Auswahl an Hunderassen und Mischlingen ist riesig groß. Und auch die Anbieter sind vielzählig.

Ob Sie einen Hund mit Stammbaum von einem offiziellen Züchter kaufen möchten oder einen Straßenhund aus Ungarn ist dabei ganz Ihre Entscheidung. Erkundigen Sie sich allerdings vorab über das Wesen der Wunschrasse und prüfen Sie, ob dies zu Ihnen passt (z. B. Bedarf an Auslauf, Jagdtrieb, Schutzinstinkt, Kinder-Freundlichkeit…).

Achten Sie darauf, dass die Vermittlung seriös verläuft:

  • Falls es ein Welpe ist, sollten Sie auch die Mutter sehen dürfen.
  • In der Regel können Sie keinen Hund direkt mitnehmen, denn beide (Hund und Mensch) sollten erst sicher sein, dass sie zueinander passen.
  • Hunde aus dem Ausland „bestellen“ ist daher keine gute Idee. Suchen Sie sich in diesem Fall lieber eine Tierschutzorganisation, die die Tiere vorerst in Pflegestellen unterbringt.
  • Tiere aus Tierheimen oder Tierschutzorganisationen werden nur gegen eine Schutzgebühr vermittelt. Diese liegt in der Regel zwischen 250 und 350 Euro.
  • Wem das Wohl des Tieres wichtig ist, wird Sie nach Ihren Lebensumständen und Erfahrungen mit Hunden fragen.
  • Seien Sie besonders vorsichtig bei Vermittlungen über Kleinanzeigen. Es ist immer eine traurige Geschichte die erzählt wird, aber leider kommt es häufiger vor, dass die Tiere von irgendwo her geholt werden, um sie dann an gutgläubige Menschen teuer zu verkaufen. Daher raten wir grundsätzlich von einem Kauf über Kleinanzeigen ab.

Anmeldung

Da jeder Hund steuerpflichtig ist, müssen Sie Ihren Hund bei der Stadt bzw. dem Ordnungsamt anmelden. Für Welpen gilt dies ab der Vollendung des 3. Lebensmonats, für ältere Hunde liegt die Frist bei 2 bis maximal 4 Wochen nach Erhalt, in der Regel zum 01. des nächsten Monats.

Die Höhe der Hundesteuer ist in jeder Gemeinde unterschiedlich, in unserer Region sind es etwa 65 bis 75 Euro jährlich für den ersten Hund.

Sachkundenachweis (20/40)

Gemäß § 11 Abs. 3 des Landeshundegesetz (LHundG) NRW ist für die Haltung eines Hundes, der ausgewachsen eine Widerristhöhe von mindestens 40 cm oder ein Gewicht von mindestens 20 kg erreicht ein Sachkundenachweis erforderlich.

Die Prüfung erfolgt anhand von Fragebögen und kann bei anerkannten Sachverständigen sowie bei ausgewählten Tierärzten erfolgen.

Hunde-Haftpflicht

Eine Hundehaftpflichtversicherung ist in NRW nicht für alle Rassen vorgeschrieben, aber dennoch empfehlenswert, da schnell Schäden entstehen können, die sonst der Halter bezahlen muss. Dies kann ein verdreckter Mantel sein, wenn der Hund an jemandem hoch gesprungen ist bis hin zu einem schlimmen Unfall, weil der Hund sich von der Leine los gerissen hat.

Haftpflichtversicherungen finden Sie über die gängigen Vergleichsportale. Die Preise sind abhängig von der Hunderasse und dem Alter des Besitzers und liegen ca. zwischen 40 und 80 Euro jährlich.

Mikrochip

Wenn Sie nicht gerade einen Welpen kaufen, sind die Hunde in der Regel bereits gechipt. Der Tierarzt setzt einen Mikrochip in Höhe des linken Schulterblatts des Tieres. Auf dem Chip ist eine 15-stellige Nummer gespeichert. Durch diese kann das Tier eindeutig identifiziert werden und seinen Weg zurück finden, falls es einmal entwischt.

Damit diese Nummer aber letztendlich wirklich hilfreich ist, müssen Sie Ihr Tier unbedingt bei einem Haustierregister wie z. B. Tasso registrieren. Dort speichern Sie Informationen zum Tier (Tanspondernummer, Name, Aussehen, …) sowie Ihren Namen und Ihre Adresse. Erst dadurch kann Ihr Hund Ihnen im Verlustfall direkt zugeordnet werden. 

Hundeschule

Hundeschulen bieten zahlreiche verschiedene Kurse, von dem ersten Sitz-Machen bis hin zur Begleithunde-Ausbildung. Für junge Hunde oder unerfahrene Besitzer ist es aus unserer Sicht ein Muss.

Bei der Auswahl der Schule sollten Sie allerdings darauf achten, dass das Lernangebot und die Trainer zu Ihnen passt. Manche Hundetrainer behandeln die Hunde sehr autoritär, andere bieten eher Spielgruppen für die Hunde mit wenig Erziehung. Beides ist unserer Meinung nach nicht ideal.

Schauen Sie sich die Schule erst einmal an, bevor Sie einen Vertrag machen. In der Regel gibt es auch eine kostenlose Schnupperstunde zum gegenseitigen Kennenlernen.

Futter

Ob Nass-, Trockenfutter oder Barfen ist Geschmacksache, allerdings verträgt nicht jeder Hund jedes Futter. Falls er nach mehreren Versuchen entweder nicht richtig fressen möchte oder Durchfall hat, kann auch der Tierarzt bei der richtigen Futterwahl helfen.

Gefüttert wird 2 mal am Tag (morgens und abends), bei Welpen 3 mal. Achten Sie darauf, dass zwischen Füttern und Gassigang mindestens 1-2 Stunden Ruhepause liegen. Daher empfiehlt es sich erst Gassi zu gehen und dann zu füttern. Hunde, die mit vollem Bauch toben, können eine Magendrehung erleiden, was tödlich sein kann.

Die Futtermenge ist für verschiedene Hundegrößen auf der Packung angegeben, wir empfehlen eher 10% weniger zu nehmen, da oft auch kleine Snacks und Leckerchen zwischendurch dazu kommen.

Gassigänge

Natürlich muss Ihr Hund regelmäßig vor die Tür, um sein Geschäft machen zu können. Denken Sie daran, Kotbeutel mitzunehmen, um den Hundekot von Bürgersteigen oder kleinen Grünstreifen einzusammeln. Wer es liegen lässt, zieht schnell die Missgunst anderer auf sich und riskiert zudem ein Bußgeld.

Wie viel Auslauf Ihr Hund braucht, hängt wieder von der Rasse und auch dem Alter des Tieres ab. Lassen Sie sich dabei aber nicht von der Größe täuschen. Eher kleine Terrier z. B. sind Energiebündel und müssen sich genauso auspowern wie etwa Huskys. Achten Sie dabei auf Abwechslung – eine halbe Stunde lang immer wieder einen Ball werfen und den Hund holen lassen ist für das Tier nicht gut und kann auf Dauer eine Störung erzeugen.

In NRW gibt es die Leinenpflicht für alle öffentlichen Gebäude wie Rathäuser, Schulen und Kindertagesstätten sowie Bereiche mit starkem Fußgängerverkehr wie Einkaufspassagen und Fußgängerzonen. Insbesondere bei öffentlichen Versammlungen, mit einem hohen Menschenaufkommen, ist der Hund an der Leine zu führen. Die Vierbeiner müssen zudem in öffentlichen Park- oder Grünanlagen (mit Ausnahme von für den Freilauf speziell ausgewiesenen Flächen) angeleint sein.

Im Waldgebiet dürfen die Tiere dagegen frei herumlaufen, solange sie dabei die Waldwege nicht verlassen. Hier sollten Sie sicher sein, dass Ihr Hund gut hört und nicht hinter Hasen und Rehen her rennt, denn in diesem Fall darf ein Jäger den Hund erschießen.

Generell gilt: wenn Sie Ihren Hund frei laufen lassen, sollten Sie ihn in Reichweite halten und zurück rufen können, sobald sich ein Mensch, Tier oder Auto nähert.

Tierarzt

Ein Tierarzt ist nicht generell vergleichbar mit dem Hausarzt für Menschen, denn es gibt verschiedene Spezialisierung auf z. B. Großtiere wie Pferde bis Kleintiere wie Hamster. Erkundigen Sie sich also welche Art von Tieren bei den Tierärzten in Ihrer Umgebung behandelt werden bevor Sie sich entscheiden. Sollten Sie einen Hund aus dem Ausland haben, erfragen Sie ob sich Ihr Tierarzt mit den dort vorkommenden Krankheiten auskennt. Dies gilt insbesondere für Tiere aus dem süd- und osteuropäischen Raum.

Wenn Sie einen neuen Hund haben, lohnt es sich in den ersten Wochen einen Tierarzt aufzusuchen, damit dieser Ihren Hund kennen lernt und „durchcheckt“. Auch der Impfausweis kann in diesem Rahmen geprüft werden.

Impfen

Wie der Mensch, muss auch der Hund regelmäßig geimpft werden, um vor Krankheiten geschützt zu werden. Zu den vorgeschriebenen Impfungen gehören:

  • Staupe
  • Hepatitis contagiosa canis
  • Parvovirose
  • Leptospirose
  • Tollwut 

Diese werden je nach Art jährlich bis alle 3 Jahre aufgefrischt. Wenn Sie mit Ihrem Hund in den Urlaub fahren, kann es je nach Land weitere Bestimmungen geben. Erkundigen Sie sich daher rechtzeitig und lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt beraten.

Krankenversicherung

Mittlerweile gibt es viele Anbieter von Kranken- und OP-Versicherungen für Hunde. Ob dies nötig ist, ist die gleiche Frage wie bei jeder Versicherung. Vergleichen Sie Preise und Leistungen und wägen Sie Ihre Risikobereitschaft ab. Oft sind Vorerkrankungen ausgeschlossen oder Höchstsätze festgelegt – da muss wirklich auf das Kleingedruckte geachtet werden.

Gute Übersichten bieten auch hier die gängigen Vergleichsportale.

Erste Hilfe

Seien Sie sich bewusst, dass im Notfall kein Rettungswagen zur Stelle ist. Viele Tierärzte oder Vereine bieten Erste-Hilfe-Kurse für Hunde und es gibt einiges an Literatur, bei der es sich lohnt, diese einmal durchzugehen, um zumindest ein paar Not-Situationen meistern zu können.

Wenn Sie in den Urlaub fahren ist es ebenfalls ratsam vor Ort zu schauen wo der nächste Tierarzt ist, um im Notfall keine Zeit mit der Suche zu verlieren.

Weitere Fragen?

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